
Durch die in Frankreich und Belgien erscheinende Zeitschrift l’auto journal, die sich durch meist zutreffende Berichte über Prototypen einen Namen gemacht hat (und auch sonst eine rühmenswert gut gemachte Zeitschrift ist), ist die Richtung bekannt geworden, in der Citroen den 2CV weiter zu entwickeln gedenkt. Der neue 2CV, dessen Erscheinen l’auto journal für den Pariser Automobilsalon im Oktober 1967 voraussagt, also für das Modelljahr 1968, wird dem 20 Jahre alten Typ ähnlich sein, in Fahrwerk und Triebwerk wahrscheinlich gleich, jedoch mit modernisierter Karosserie. Nicht mehr eine blechverkleidete Stahlrohr-Laube sondern eine fugendichte Karosserie, wie sie bereits die 2CV-Weiter-entwicklung Ami 6 hat. Wie beim Ami 6, so wird Citroen auch beim neuen 2CV dem Blech die nötige Steifheit durch stark profilierte Form geben. Das spart Doppelwandigkeit und Versteifungen, somit auch Gewicht. Geringes Gewicht ist Voraussetzung für das 2CV Prinzip, denn wenn aus der Fahrmaschine ein Auto wird, müsste es ein ganz neues Auto werden, mit wesentlich stärkerem Motor und entsprechenden Fahrwerksänderungen. Die eigentlich für den besonderen 2CV-Charakter entscheidenden Elemente könnten nicht mehr verwendet werden, so z.B. die Radführung durch pendelnde Längs-Schwingarme.
Muss man das Blech stark profilieren, so muss man auch eine gewisse Skurrilität der Form in Kauf nehmen; beim Ami 6 ist es die starke Ausbauchung der Seiten und des Dachrandes, beim neuen 2CV wird es die starke Einwölbung der Seiten sein. Das ginge nicht bei Wagen, in deren Türen Raum für versenkbare Fenster sein müsste. Der 2CV wird die Klappfenster behalten oder Schiebefenster bekommen. Die Linienführung wird normalisiert; man spürt den Einfluss des Renault R4, der seinerseits vom 2CV angeregt war. Der neue 2CV muss sich auf dem französischen Inlandsmarkt stark mit dem R4 auseinandersetzen, also dessen Pluspunkte nach Möglichkeit übernehmen, vor allem die Hecktüre. Und in Frankreich möchte man nach so langer Zeit doch auch einmal eine etwas normalisierte Karosserieform sehen. Bei uns liebt man es, im 2CV aufzufallen, doch geht es nicht allen Käufern so, und ein neuer 2CV in der skizzierten Form wird sicher gute Chancen haben – aber doch nicht so aussehen wie andere Autos. Und nicht so sein. Wir rechnen für den neuen Typ auch innen mit modernisierendem Glätten, weniger Knöpfchen und Hebeln in besserer Anlage, und unter der Haube sicher auch den 600 ccm Motor, der vorerst nur den Belgiern und den Schweizern vergönnt wird, obwohl wir ihn so gerne auch hätten, nicht erst beim neuen Modell.
