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Was ist bei einem Aufenthalt in Großbritannien zu beachten?
Vieles ist anders in Großbritannien, wenn man ein paar Dinge beachtet, wird amn eine tolle Zeit dort verbringen. Ich war 2004 dort und möchte meine Erfahrungen an euch weiter geben.
Sprache:
Großbritannien ist eine ideale Möglichkeit, die eigenen Fremdsprachkenntnisse aufzufrischen, fast überall spricht man englisch (in Wales mitunter nicht), teilweise mit starkem Dialekt. Man muss schon großes Glück haben um Leute zu treffen, die deutsch sprechen (nicht fragen, der Gesprächspartner wird es schon von sich aus mitteilen). Über amerikanisches Englisch macht man in Großbritannien gerne Witze.
Verkehr:
Linksverkehr: In Großbritannien fährt man auf der anderen Seite, das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass an Kreuzungen trotzdem rechts vor links gilt und der Kreisverkehr (siehe Extrapunkt Kreisverkehr) sehr beliebt ist. Beachten solle man auch, dass es ungünstig ist, mit eine linksgelenktem Auto ohne Beifahrer in ein Parkhaus oder einen Drive-In-Imbiss zu fahren: Die Schalter befinden sich immer auf der rechten Seite.
Kreisverkehr: Großbritannien ist das Land des Kreisverkehrs, egal ob sie liebt oder hasst, man kann ihnen nicht ausweichen. Es gibt sie überall, in Städten, auf dem Land, an Autobahnausfahrten und Raststätten. Es gibt auch kombinierte Kreisverkehre, doppelte und sogar fünffache, die zusammen wiederum einen großen Kreisverkehr mit Gegenverkehr bilden. Letztere sind jedoch die Ausnahme, wer sich einen ansehen möchte, fährt nach Swindon (Zwischen London und Bristol an der M4) und sucht den „Magic Roundabout“. Wer eine Ampelkreuzung sucht, kann in Swindon lange suchen, es gibt dort nur Kreisverkehre.
Schmale Straßen: Je ländlicher es wird, desto schmaler werden die Straßen, die auch häufig noch mit hohen Steinwällen oder hoch bewachsenen Erdwällen eingerahmt sind oder auch zugewachsen und so freigeschnitten sind, das ein LKW inch-genau hindurch passt. In ländlichen Gegenden muss man stets mit Schafen, Schafherden oder mitunter auch mit Pferden rechnen. Und natürlich mit entgegen kommenden Fahrzeugen, sonst ist der Rahmen schnell krumm (ich berichte aus eigener Erfahrung!)
Straßengebühren: Die Autobahnen in Großbritannien sind nicht kostenpflichtig, es gibt jedoch kostenpflichtige Tunnel und Brücken, z.B. Autobahnring London (M25) im Nordosten, dort kostet die Tunneldurchfahrt pro Fahrzeug 1£ (also 2£ mit Anhänger), der Tunnel unter dem Hafen von Liverpool kostet 1,40£, für die Benutzung einer Brücke in Wales (Privatstraße) musste ich 40p bezahlen.
Strafen: Großbritannien ist scheinbar mit Kameras übersät, allein die vielen Speed Cameras die die Geschwindigkeit kontrollieren fallen auf und ich habe sie auch blitzen sehen (mich glücklicherweise nicht). Verkehrsvergehen sind sehr teuer, so kostet Parken ohne Parkticket 40£, Parken im Halteverbot (zwei durchgehende gelbe Linien bedeuten absolutes Halteverbot) kostet gleich 80£ (fast 130€!) genauso wie das Befahren des Londoner Innenstadtbereichs ohne gültiges Ticket (siehe Punkt: London)
Benzin:
Benzin heisst Petrol und es gibt wie bei uns verschiedene Sorten, sogar ein Bleiersatzbenzin gibt es mitunter noch. Bleifreies (Unleaded) Normalbenzin heisst meistens Regular, Bleifreies Superbenzin heisst Premium oder Super und wird oft mit der Oktanzahl 95 gekennzeichnet, mitunter gibt es auch bleifreies Super Plus, dass dann auch Super Plus oder Optimax heisst. Diese Sorten erkennt man alle an den grünen Zapfpistolen. Diesel-Zapfanlagen sind schwarz. Und dann gibt es noch rot, das ist das sogenannte LRP (Lead Replacement Petrol), also ein Bleiersatzbenzin, das mitunter auch Four Star heisst und mit vier Sternen gekennzeichnet ist. Was immer das auch sein mag, es ist teuer, hat 97 Oktan und lässt sich wunderbar in einer Ente ohne Katalysator fahren. Gerade in Wales habe ich viele Tankstellen gefunden die nur Normal (Regular) und Diesel anboten, in Cornwall gab es hingegen viele Tankstellen, die nur Super (Premium) und Diesel anboten. An Supermarkttankstellen oder an Autobahnen bekommt man in der Regel alle Sorten.
Fährverbindungen:
Wer früh bucht und z.B. als Mitglied über den ADAC bucht, kann Geld sparen, es ist aber auch in der Hochsaison möglich ohne lange Wartezeiten direkt im Hafen ein Ticket zu lösen. Es ist auch möglich Einzeltickets zu kaufen, sich die Rückfahrt also offen zu halten, allerdings sind Fähren von Großbritannien auf den Kontinent meist teurer als vom Kontinent nach Großbritannien.
Luftkissenfähren gibt es nicht mehr, Hoverspeed fährt aber trotzdem sehr schnell mit Doppelrumpfbooten (Katamaran), die Überfahrt Calais-Dover dauert eine Stunde, die Konkurrenz in Calais (P&O, Sea France) mit den großen gewöhnlichen Fähren benötigt für die gleiche Strecke eine halbe Stunde mehr und die Verladung dauert länger. Schneller geht es nur mit dem Zug durch den Tunnel von Calais nach Folkestone (Bezeichnung in Frankreich: Tunnel s/s la Manche, Bezeichnung in Großbritannien: Channel Tunnel), allerdings ist der Zug auch mit Abstand am teuersten. Die Zugfahrt dauert keine dreissig Minuten. Die Fährpreise sind sehr unterschiedlich, je nach Tageszeit. Ich habe im Januar 2005 über den ADAC gebucht und habe durch geschicktes Wählen der Fährzeiten eine günstige Überfahrt gebu: 124€ für einen 2CV Calais-Dover und zurück mit dem Hoverspeed.
Eine Alternative zum Fährhafen Dover ist Newcastle, von dort sind es nur etwa 100km nach Kelso. Sollte es allerdings in Schottland regnen und man weicht nach England oder Wales aus ist es doch ziemlich nervig anschließend wieder bis nach Newcastle hoch fahren zu müssen.
Für Familien ist die Anreise über Newcastle sicher angenehm, mehr Spaß macht es sicher über Dover. Man kann den Linksverkehr auf der Autobahn üben und ist spätestens in Schottland fitt. Wer über Newcastle fährt, bekommt gleich die volle Packung mit diversen Kreisverkehren. Ausserdem fühle ich mich in meiner Ente wohler als auf einem Schiff mit meiner Ente unter Deck.
Entfernungen in Großbritannien:
von der Fähre:
Newcastle - Kelso 110km
Dover - Kelso 690km
Ziele in Schottland:
Kelso - Edinburgh 70km
Kelso - Glasgow 150km
Kelso - Aberdeen 270km
Kelso - Inverness 330km
Kelso - Thurso 510km
weitere Ziele:
Kelso - London 580km
Kelso - Helston (Cornwall) 850km
Kelso - Liverpool 310km
Kelso - Cardiff (Süd-Wales) 590km
Kelso - Belfast (Nordirland) 240km
Campingplätze:
Verschiedene Arten: In Großbritannien gibt es ausreichend Campingplätze, mehr als in den Campingführern verzeichnet sind. ACHTUNG! Es gibt Campingplätze nur für Wohnwagen und -mobile, Campingplätze nur für Zelte, Campingplätze für beide Kategorien (meist jedoch getrennt: Ein Platz für Zelte, ein Platz für Wohnwagen und -mobile). Des Weiteren gibt es Campingplätze nur für Erwachsene (adults only) - Kinder sind dort unerwünscht, weil zu laut - und Campingplätze nur für Mitglieder eines bestimmten Clubs.
Preise: Die Preise schwanken je nach Beliebtheit des Campingplatzes. Beispiele für eine Person, ein Zelt, ein Auto: Abgelegener Bauernhof-Campingplatz im Dartmoor 3,50£, Bauernhof-Campingplatz an der Küste in Wales 4,-£, Nobelcampingplatz in einem Wander- und Angler-Gebiet 10,-£. Meist bewegt sich der Preis zwischen 5,- und 6,-£.
Zwei Sorten Wasser: Auf vielen Campingplätzen gibt es Wasserzapfstellen mit zwei Hähnen, Drinking Water und Waste Water also einen für Trink- und einen für Brauchwasser, meist kann man an diesen Stellen auch seinen Müll entsorgen.
Wildes Campen (also ausserhalb der Campingplätze) ist in Großbritannien grundsätzlich verboten. Ich kenne Wohnmobilfahrer die es trotzdem machen, sie stellen sich spät irgendwo hin, stehen sehr früh auf und sind dann schnell wieder weg (bevor die Polizei aufsteht). Ausserdem lassen sie es möglichst nicht so aussehen als ob man übernachten würde. (Bitte hierzu auch den Punkt: Verkehr -> Strafen beachten!!)
Währung:
Pfund und Penny (Mehrzahl: Pence) 1 britisches Pfund oder 1£ oder 1GBP sind 100 Pence oder 100p
Englische Höflichkeit:
Es gibt sie noch – die englische Höflichkeit! Im Straßenverkehr merkt man es und auch im Miteinander, dementsprechend sollt man sich auch verhalten. Es gibt kaum ausländische Touristen in Großbritannien, von London und Cornwall mal abgesehen, dementsprechend fällt man auf, das kann positiv als auch negativ sein, das liegt ganz an euch.
Kneipen/Restaurants:
Pub ist eine Bar, also Theke und Tische und keine Mahlzeiten.
Inn ist eine Gastwirtschaft, also Pub und Restaurant
Restaurant ist ein reines Speiselokal.
Bestellvorgang: Im Pub wartet man bis in alle Ewigkeit, wenn man sich einfach an einen Tisch setzt. Man holt sich die Getränke direkt an der Bar und zahlt auch sofort nach Erhalt des Getränkes. Inn: Für den Kneipenteil gilt das gleiche wie für den Pub, für den Restaurantbereich wird wie im Restaurant (oder auch bei uns) am Tisch bestellt und geliefert (sowohl Speisen als auch Getränke) und erst am Schluß bezahlt.
Bier: Beim Bier gibt es immer noch das Pint, das ist etwa ein halber Liter, die Gläser haben keine Eichstriche und werden immer randvoll gefüllt.
Biersorten: Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedlich gezapfte Sorten Bier: Das Bier das wie bei uns durch Überdruck aus dem Zapfhahn kommt und das doch sehr anders schmeckende Bier welches aus dem Fass gepumpt wird (sehr lange Hebel am Zapfhahn) und entsprechend schal schmeckt.
Einheiten:
Hohlmaße: Hier ist man mittlerweile auf Liter umgestiegen, man muss also nicht mehr mit Gallonen oder flüssigen Unzen rechnen. Ausnahme: Bier (siehe unter Kneipen/Restaurants)
Längenmaße: Eine Meile (Abkürzungen m, ml, mls) entspricht 1,6km, ein Yard (Abkürzungen y, yd, yds) entspricht etwa 90cm, ein Fuß (Abkürzung ft) entspricht etwa 30cm, ein Inch (Abkürzung ") entspricht etwa 2,5cm
Temperatur: Die Temperatur wird mittlerweile in Celsius und Fahrenheit oder nur noch in Celsius angegeben.
Luftdruck: 1bar sind 14.3 Lb PSI (Pound per square inch), in den Entenreifen gehören somit etwa 28 Lb PSI (entspricht etwa 2bar, was für den Entenreifen vorn und hinten optimal ist)
Umrechnung: Wer die Angaben exakt umrechnen will, findet hier einen Einheitenrechner: http://www.vip-site.ch/Utilities/umrechnungen__conversions.htm
Punkt und Komma: Bei Dezimalzahlen verwendet man in Großbritannien einen Punkt und kein Komma (z.B. 14.3 statt wie bei uns 14,3)
Preise/Geld:
Umrechnung: Das englische Pfund (£) verhält sich zum Euro (€) wie Meilen zu Kilometer: 1£ entspricht also etwa 1,6€ und 1€ entspricht etwa 60p (Pence)
Geldkarten: Eine Kreditkarte (Visa, Mastercard, AMEX) ist von Vorteil. Mit einer EC-Karte kann man Bargeld abheben aber nicht wie bei uns Einkäufe bezahlen. WICHTIG für Nutzer der Visa Card: Informiert euch bei eurer Bank wie die Telefonnummer für die Kartensperre lautet und ruft nicht bei dem internationalen Visa-Center an (Visa Global Assist), mit denen habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht.
Preise: Großbritannien ist alles andere als billig, London ist sehr teuer. Benzin liegt ungefähr auf unserem Niveau, ansonsten gilt die Faustregel, dass die Sachen in Großbritannien das in Pfund kosten was sie bei uns in Euro kosten.
Einkaufen:
Öffnungszeiten: Die meisten Läden haben Montags bis Samstags von 9:00 bis 17:30 (9am to 5:30pm) geöffnet, Banken schließen schon um 15:30 (3:30pm). Einkaufszentren haben teilweise von 8:00 bis 22:00 (8am to 10pm) und Sonntags von 10:00 bis 16:00 (10am to 4pm) geöffnet. Der Hinweis auf Öffnungszeiten rund um die Uhr bezieht sich nur auf die zugehörige Tankstelle (außerhalb der normalen Öffnungszeiten kann man nur am Automaten tanken)
Essen:
Entgegen der üblichen Vorurteile ist das britische Essen sehr gut (es gibt natürlich auch schlechtes oder für uns ungewohntes Essen, aber das gibt es überall). In Gaststätten oder Restaurants sollte man ruhig mal die britische Küche probieren, man wird in der Regel angenehm überrascht. Überrascht war ich auch von der durchweg sehr guten Fleischqualität in den Supermärkten, egal ob Lamm, Schwein, Rind oder Geflügel.
London:
London ist eine traumhafte Stadt mit sehr vielen touristischen Attraktionen - wenn nur der Verkehr nicht wäre! Selbst in den späten Abendstunden kann man noch in den schlimmsten Stau geraten, selbst die kostenpflichtige Innenstadt ist hoffnungslos verstopft. Wer sich London ansehen möchte, sollte sein Fahrzeug ausserhalb parken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach London fahren. Ich war schon mehrmals mit dem Auto in London und es war meistens kein Vergnügen. Wer es dennoch wagen will sollte viel Zeit mitbringen und die Congestion Zone beachten. Das ist der kostenpflichtige Innenstadtbereich. Kostenlos ist der Bereich nachts, am Wochenende und in den Ferien. Wer zu einer anderen Zeit fahren möchte, sollte sich rechtzeitig um ein Ticket kümmern. Die gibt es nicht etwa an Tankstellen, sondern in Ticketläden (dort bekommt man auch Tickets für öffentliche Verkehrsmittel und Tabakwaren und Getränke). Pro Tag kostet es 5£. War man versehentlich bereits in der "verbotenen Zone", kann man für 10£ bis Mitternacht des gleichen Tages nachzahlen (ich habe aber noch keinen Ticketladen gefunden, der bis Mitternacht geöffnet hat...) Das eigene Nummernschild wird in einen Computer eingegeben und steht auch auf dem Ticket das man kauft. Der kostenpflichtige Bereich nennt sich Congestion Zone (Stauzone), ist nicht besonders gut kenntlich gemacht durch aufgemalte Cs auf dem Straßenbelag, teilweise auch durch C-Schilder. Hier sind auch Kameras installiert, die die Nummernschilder abfilmen. Diese werden dann in den Computer eingelesen, der für die Tickets zuständig ist. Wird ein Nummernschild gefilmt, dass nicht gezahlt hat, kostet dies 80£. Die Strafe verringert sich auf 40£, wenn man innerhalb von 14 Tagen bezahlt und erhöht sich auf 120£, wenn man nach 28 Tagen noch nicht gezahlt hat. Weitere Informationen dazu gibt es auf: http://www.cclondon.com
Kelso:
Die Stadt in der das Welttreffen der 2CV-Freunde stattfindet heisst Kelso. Der Treffenplatz befindet sich auf dem Gelände von Floors Castle, einem Schloßgelände, das direkt an die Stadt angrenzt. Kelso ist eine Kleinstadt (6000 Einwohner) mit nicht sehr vielen Einkaufsmöglichkeiten, vielleicht etwas mehr als in Vinadio. Es sei denn es gibt dort ganz versteckt noch ein großes Einkaufszentrum, was gar nicht mal ungewöhnlich wäre. Allerdings soll ja auf dem Treffenplatz Lebensmittelstände geben.
Diesen Ratgeber gibt es natürlich auch online unter www.2cv4.de, der Seite mit den besten Entenbildern im Internet und ab Mitte August wird es dort auch die Bilder vom Welttreffen geben.
Viel Spaß in Großbritannien wünscht
Birne
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